Samstag, 21. November 2009

Wahrheit - Courage

Wie viel Courage braucht es, um bei der Wahrheit zu bleiben?
Was hat zunächst Courage mit Wahrheit zu tun? In meinen Augen eine ganze Menge. Wenn man Menschen, die einem etwas bedeuten, die Wahrheit sagen muss, benötigt es eine ganze Menge Courage, Rückgrat dies auch zu tun.
Die vergangene Woche habe ich mich, bedingt durch eine Situation sehr mit diesem Thema auseinandergesetzt und feststellen müssen, das mir Courage fehlt. Es sei dahin gestellt, ob dies positiv oder negativ ist, sie fehlt einfach. Aus einem anderen Blickwinkel hätte man auch sagen können, ich bin zu nett, zu diplomatisch zu wohlerzogen. Dies Stimmt alles, dennoch beschäftig mich diese Situation derartig, dass ich mich wirklich frage, wäre ich weniger nett, weniger diplomatisch und stattdessen etwas egoistischer, etwas barscher, etwas mutiger, wie es dann verlaufen wäre.

Die Situation ist nun wieder bereinigt und alles ist wieder im Lot, dies nur zur Beruhigung des werten Lesers.

Dennoch ist es doch ein spannendes Thema für mich, da ich im Laufe dieser Woche festgestellt habe, dass dies nicht nur ein Mangel an Courage ist, sondern auch eine Blockade in mir darstellt. Ich wurde durch Konfrontation mit der anderen Person in eine Ecke getrieben, war wie geschockt und in meinem Handeln derart blockiert, dass sämtliche Alarmglocken läuteten. Und dafür bin ich sehr dankbar, den dieser Moment hat mir gezeigt, dass ich noch funktioniere, dass alle Instinkte in mir noch vorhanden sind und ich kein Fluchttier bin, welches dann erstarrt, sondern jemand der dann in den Angriff übergeht.

Ich habe mich gewehrt und der Auseinandersetzung etwas entgegengesetzt, wenn ich danach auch Zweifel hegte und mir Rat holte (danke für dieses sehr wohltuende Gespräch).

Dieser ganze Umstand hat mich etwas gelehrt, über mich selber, über die betreffenden Personen und mich einer anderen Wahrheit näher geführt.

Meiner buddhistischen Schulung hat es ebenfalls sehr geholfen, ich war in diesem erschreckenden Moment ganz da – das war Zen – das Leben.

Samstag, 7. November 2009

"Nicht-Wissen"

Meine Hausaufgabe meiner buddhistischen Schulung lautet zur Zeit Buddha - „Nicht-Wissen“. Intellektuell gesehen ist damit gemeint, an Dinger ohne Konzepte heranzugehen. Praktisch ist dies ein sehr schwieriges Unterfangen, wie ich finde. Sobald ein Moment des Nicht-Wissens erkannt wird, ist nämlich auch der Moment der Konzeptlosigkeit vorbei. Schon sind die Konzepte wieder da: „Ah, guck da war er, der Moment des Nicht-Wissens“.

Dieser Tage hatte ich jedoch eine ganze Abfolge von „Nicht-Wissens-Momenten“. Für die Firma fahre ich ein bis zwei mal die Woche in die Kundschaft. Also immer dieselbe Route, immer derselbe Ablauf, immer dieselben Kurven, Straßen und Ampeln. Nun war es aber so, dass ich letzte Woche mal etwas früher dran war. Aus diesem Grund konnte ich die Route nicht, wie gewohnt fahren, bedingt durch Öffnungszeiten. Also fuhr ich diese Strecke verkehrt herum. Und ganz plötzlich war es eine absolut andere Route, bei jeder Kurve musste ich neu schauen, mit ganzer Aufmerksamkeit dabei sein. Die Landschaft zeigte sich anders, der Blickwinkel war einfach ein anderer. Und so waren wohlvertraute Ecken ganz neu, in einem neuen Licht.

Diese Fahrt war für mich und mein Studium sehr Erkenntnisreich. Mein letztes Doku-San ebenfalls, ich gehe im Moment mit neuer Neugier an meine Schulung. Danke!

Gasshô, Lue Cha

Coole Sau

In Ermangelung eines Fernsehers habe ich gestern bei meinen Eltern ein wenig MTV gefrönt. Dabei stolperte ich über das neue Video von Beyonce – Single Ladies. Nun, ich fand den Song und auch das Video etwas hektisch und zappelig, dennoch habe ich dann heute im Netz danach gesucht und bin auch hier über etwas gestolpert.

Als Mann äußert man so etwas nicht so leicht, aber dieses Video ist einfach ein Beweis dafür. Justin Timberlake ist eine coole Sau!

Hat er mir in vielen Videos mit seinen Rhythmen und seinem Witz gefallen, war ich in Alpha Dogs von seinem schauspielerischem Können beeindruckt. Und nun landet er hier eine herrliche Persiflage.

Beyonce - Single Ladies - Parodie

Samstag, 17. Oktober 2009

Herbst-Sesshin

Letztes Wochenende war ich auf unserem Herbst-Sesshin, des ZhulinCi (Bambushain-Tempel).

Es war wieder sehr erleuchtend, sehr erholsam und gleichzeitig sehr anstrengend.

Wie kann „nur Sitzen“ anstrengend sein? Nunja, wir sitzen ja da mit möglichst geradem Rücken und da ist nichts zum anlehnen oder dergleichen. Eine Sitzeinheit beträgt ca. 25 Minuten, über das Wochenende verteilt hatten wir zwischen 10 und 15 solcher Einheiten. Das ist richtig anstrengend für den Rücken. Was mir dieses mal jedoch verstärkt aufgefallen ist, was das für eine Arbeit für die Schultern ist.
Selbst unser KungFu-Mensch sprach in einer der Pausen davon, das er dies merken würde. Und wenn einer entspannte Schultern hat, dann der!

Aber das sind Dinge die äußerlich sind, was geht in einem innen ab?

Da darf ich von mir berichten, dass ich diesmal sehr wenig Film gefahren bin. Sicherlich waren meine Gedanken abgelenkt, der Affengeist hat geplaudert. Aber diesmal habe ich es geschafft nicht immer daran hängen zu bleiben. Ich habe immer wieder die Aufmerksamkeit gehabt zu merken, dass ich da wieder in eine Art Tagtraum falle.

Vielleicht lag das auch daran, dass ich diesmal wirklich wach war. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl die Augen offen halten zu müssen. Kein Weg-Nicken, keine Erschöpfung oder solche Dinge.

Und was diesmal auch sehr schön war, war die Tatsache das wir so viele waren.

Diesmal sind direkt zwei „Reisende“ zu Novizen ernannt worden. Auch hier war die Zeremonie und das Ambiente dazu wieder sehr schön.

Montag, 28. September 2009

Grillfeier

Leider könnten wir unsere Hochzeitsgrillfeier nicht am gleichen Tag ausrichten. Aber dadurch, dass es einen Tag später stand fand, hatten wir mehr Ruhe und Zeit für die Vorbereitungen.
Dank meiner Eltern verlief diese Feier ohne Pannen, ohne das, was vergessen wurde und alle wurden versorgt.

Wie immer war am Ende viel zu viel übrig geblieben, aber lieber so, als das man jemanden nichts mehr anbieten kann.

Besonders hat es mich gefreut, dass die ganzen verschiedenen Freunde sich untereinander so gut verstanden haben und meiner Meinung nach, jeder sich gut unterhalten konnte. Das hat mich sehr gefreut.

Ich habe versucht möglichst überall möglichst häufig aufzutauchen.
Mir hat das Fest sehr gut gefallen, ich hatte meinen Spaß und ich danke euch allen nochmals für die ganzen Glückwünsche und Gratulationen. Es ist ein schönes Gefühl, so gute Freunde zu haben!

Danke!

Urlaub

Juchu, wir waren im Urlaub. Als Hochzeitsgeschenk haben wir eine Reise nach Spanien erhalten. Von Sonntag bis Samstag haben wir Sonne getankt, geschlemmt und relaxt. Die Costa Brava ist eine Reise wert, sehr schöne Küstenstriche mit wunderbaren Buchten, einer spannenden Landschaft und knappen 30 Grad selbst im September waren uns gegönnt.

Platja D’Aro ist eine schöne, kleinere Stadt und gerade mit dem Tourismus behaftet, der es erholsam und vor allem genussvoll macht. Ich habe ein wenig Spanisch lernen dürfen, dank meiner reizenden und sprachbegabten Gattin.
Auch hier konnte ich mich auf ihre Sprachfähigkeiten verlassen. Auch wenn meine Versuche mit manch seltsamen Gesicht quittiert wurden, sie hat immer brav eingegriffen und geholfen.

Unsere Unterkunft in den Bergen war sehr schön, ein wenig abgelegen vom Trubel und mit allem versehen, was das Urlauberherz begehrt.

Auch hier ein Dankeschön an alle, die das möglich gemacht haben.

Hochzeit


Am 18.09.2009 um 11.40 Uhr war es fast soweit. Meine jetzige Gattin hetzte über das Kopfsteinpflaster und wäre beinahe zu spät zur eigenen Vermählung gekommen. Baustellen waren schuld, aber das vorherige Brautpaar war im Verzug und wir mussten dann doch noch knappe, gefühlte 10 Minuten warten. Also alles halb so schlimm und dank meiner überraschenden Gelassenheit an dem Tag konnte ich auch meinen Vater genug beruhigen.

Unser Standesbeamte hat uns eine schöne Zeremonie beschert und alles verlief ohne Pannen. Nein, niemand hat den Ring fallen lassen, nein niemand ist gegen irgendetwas gestoßen und niemand ist in Ohnmacht gefallen. Alles entspannt und nach Plan.

Das anschließende Essen mit allen Beteiligten war genau das Richtiger. Jeder hat was gefunden und allen hat es geschmeckt.

Obwohl ich die Tage vorher erschöpft, leicht genervt und mit einem Gefühl es endlich hinter mich zu bringen, verbracht habe, war das Ereignis dann sehr schön. Wir haben viel gelacht, Scherze gemacht und es herrschte eine tolle Stimmung, wie ich fand.

Allen noch mal ein Dankeschön für Eure Anwesenheit!