Ich habe ein älteres Buch von mir noch mal hervorgekramt und begonnen es zu lesen. Im „Zen als Lebenspraxis“ von Robert Aitken Roshi wird sehr anschaulich die Zazen-Praxis beschrieben. Unter anderem auch die Sitzpositionen, die man beim Zazen einnehmen kann. Ich habe, meiner Budo-Vergangenheit entsprechend bis jetzt immer im Seiza (Abbildung 1) gesessen. Aitken Roshi schreibt jedoch, dass der Seiza nur eine vorübergehende Sitzhaltung sein sollte, bis man durch Makko Ho-Übung die Geschmeidigkeit für den vollen Lotus-Sitz entwickelt hätte.
Gut habe ich mir gedacht, dann probierst du es halt mal aus. Und heute Morgen habe ich dann also das „Projekt“ Lotus-Sitz (Abbildung 2) gestartet. Nach gefühlten 5 Minuten musste ich den vollen Lotus
auflösen, weil mein rechtes Fußgelenk einfach zu sehr schmerzte. Ich bin dann in den burmesischen Sitz (Abbildung 3) gewechselt und dachte zunächst, dass dieser sehr bequem wäre.
Nach weiteren, gefühlten zehn bis fünfzehn Meditation, merkte ich wie meine Hüftgelenksmuskeln begannen sich zu melden. Ja, und jetzt habe ich kapiert, was es bedeutet los zu lassen. Das ging nämlich einfach nicht! Ich konnte die Oberschenkel einfach nicht locker loslassen, die Muskeln um das Gelenk herum haben immer wieder Rückmeldungen gebracht und so wurde es zu einer kleinen Zitterpartie. Durchgehalten habe ich es, weil es kein Schmerzempfinden war, sondern wirklich ein heftiges Training für diese Muskeln.
Warum ich diesen Blödsinn mache, und nicht einfach wieder zu meinem alten, bewährten Seiza zurückgekehrt bin? Weil ich merkte, dass in meiner Wirbelsäule etwas passierte. Der Energiefluss im Du-Mai-Meridian wurde stärker oder besser, überhaupt erst richtig deutlich. Und da es mich faszinierte, wie schnell es in dieser Haltung geschieht, wollte ich es wissen.
Mein kleines Projekt also für den Monat April, im burmesischen Sitz meditieren und schauen, ob auch die Hüftgelenke soweit öffnen, dass es bequem wird.
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